Wieder am Flughafen

Mittwoch, 31.12.2014
Eine interessante, lustige, warme und wunderschöne Reise mit meiner Familie durch den Bundesstaat Rajasthan ging zu Ende.
Es hat alles wunderbar geklappt, nur wurde der heutige Flug von meiner Familie nach Goa gestrichen. Jetzt sind sie mit dem Zug auf dem Weg nach Delhi und ich bin mir sicher, dass sie nach einer Woche Indien schon die Gelassenheit und das nötige Improvisationstalent besitzen, um trotzdem nach Goa zu kommen.

Auch bei mir läuft nicht alles nach Plan, ich sitze schon über einer Stunde am Flughafen in jaipur da mein Flieger nach Mumbai auch schon Verspätung hat.

Doch so eben hat mich eine Nachricht von meiner Freundin Maria erreicht, sie ist bereits in Mumbai angekommen und sie wartet schon auf mich um gemeinsam nach Goa zu fliegen :)

Jetzt werde ich so langsam auf das Wiedersehen mit Maria nach 5 Monaten aufgeregt und freue mich abartig, mit ihr Silvester auf Goa feiern zu können.

Prosit Neujahr ;)

Bis morgen in Delhi!

Donnerstag, 18.12.2014
Über 4,5 Monate meines Indien-Aufenthaltes sind schon vorbei! Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt sitze ich im Zug nach Delhi. Morgen früh werde ich am Flughafen stehen und total aufgeregt sein, denn diesen Moment werde ich vermutlich nie wieder erleben: Meine Eltern und mein kleiner Bruder stürzen sich auch ins Abenteuer Indien ;)
Zwei Wochen zusammen reisen, Weihnachten in einer anderen Kultur feiern und einfach gemeinsam die besondere Atmosphäre Indiens erleben. Es ist wunderschön für mich, mit meiner Familie die Erfahrungen zu teilen. Denn ich könnte ihnen viel davon erzählen, aber man wird es nicht spüren, wenn man nicht selbst hier gewesen ist.
Also bleibt mir nichts anderes mehr zu sagen als:
Bis morgen in Delhi!

P.S.: Ich versuche euch auf dem Laufenden zu halten ;)

"Und wann heiratest du?"

Dienstag, 09.12.2014

Letzte Woche hatte ich die einmalige Gelegenheit, bei einer indischen Hochzeit dabei zu sein. Es war ein unvergessliches Erlebnis, doch selbst wenn man schon über 4 Monate in Indien gelebt hat, ist man vor einem Kulturschock nicht bewahrt.
Nach meinem ersten Eindruck dachte ich, eine Hochzeit in Indien ist dazu da, um zu zeigen, wie viel Geld man hat. 2000 Gäste sind das Minimum und je mehr Schmuck und Luxus desto besser. Leute behaupten, Eltern gäben mehr Geld für die Hochzeit als für die Bildung ihrer Tochter aus.
Die Trauung unter freiem Himmel nachts um 1 Uhr ist dabei Nebensache, die einen essen nebenbei, die anderen reden lautstark oder wer ein Nickerchen nötig hat, liegt sich einfach auf die dazu extra arrangierten Polster im Zelt nebenan.
Ich... und das Brautpaar... waren eine der einzigen, die in aller Ruhe die Zeremonie verfolgt haben.
Insgesamt dauern die Feierlichkeiten einen Monat, mit vielen Traditionen und Bräuchen. Ich war 2 Tage dabei und nach meinem letzten Eindruck lässt sich sagen, dass es wunderschön war, wie selbstverständlich ich in eine große indische Familie aufgenommen wurde und ein paar fröhliche Stunden mit ihnen verbringen konnte.

Das Hochzeits-Gelände:
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Das Brautpaar, die Priester, die Braut-Eltern vor der Trauung... und nicht zu vergessen, viele Fotografen:
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Ohne Worte ;)
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Fotos mit dem Brautpaar werden von jedem Gast gemacht, das Brautpaar bleibt dazu einfach den ganzen Abend auf der Bühne stehen:
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Mit meiner "indischen Schwester":
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"Und wann heiratest du?" - die Frage aller Fragen in Indien! Eine indische Frau in meinem Alter kann diese Frage oft beantworten. Arrangierte Hochzeiten - selbstverständlich. Einen fremden Mann heiraten - ganz normal. Seinem Vater vertrauen - ein Muss.

Wenn ich erzähle, dass ich selbst meinen Ehemann aussuchen kann und heiraten kann wann ich will - dann würde ich zu gern wissen, was die Inder/innen über mich denken.

Mehr Eindrücke aus meinen Ferien

Montag, 17.11.2014
Zuerst aber ein Bild in einem traditionellen Saree:


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Dies ist aber nicht mein Saree, er war nur mein Probestück. Da ein Saree nur aus einem langen Stoff besteht, muss es gekonnt sein, ihn richtig zu wickeln.
Selbst habe ich auch einen Saree, lasst euch überraschen ;)

Zurück zum Himalaya:
Wir hatten richtig Glück, es war weiterhin immer sonnig. Während unserer Trekking Tour kamen wir an traumhafte Stellen:


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Ins schnaufen kamen wir, als uns unser Guide auf 3.400m führte. Aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt ?
Mit dem Auto ging's noch bis auf 3.900m, dann waren wir im Schnee und konnten Inder beobachten, die zum ersten Mal Schnee sahen. Wir hatten unseren Spaß dabei, vor allem weil wir die einzigen waren, die keine Overalls an hatten ?



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Zum Schluss ging's noch zum Paracliding und zum Rafting.
Dann war es Zeit, wieder zurück nach Banasthali zu fahren.
Wunderschöne und abwechslungsreiche Ferien gingen zu Ende, doch ich hatte dann noch Besuch: Melli kam für eine Woche mit nach Banasthali und Fabi kam vorbei, er ist auch gerade für ein Semester in Indien. Wir feierten zeitgleich mit unserer Heimathochschule die traditionelle XXL Party und entkamen einen Abend den Regeln von Banasthali ?

Jetzt habe ich nur noch 3 Wochen Vorlesungszeit, dann ist das Semester schon wieder vorbei.
Also heißt es für mich: Endspurt und die verbleibende, einmalige Zeit hier genießen!

Maria

Von der Wüste zum Schnee

Samstag, 01.11.2014
Kurzer Einblick in meine Ferien:
Zuerst war ich 5 Tage mit der Familie von meiner Freundin Komal unterwegs. Wir bereisten den ganzen Bundesstaat Rajasthan: es war sehr heiß, bunt, scharf, traditionell, familiär, spirituell, lustig...


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Nach dieser wunderschönen Reise mit vielen neuen Eindrücken von Indien durfte ich bei der Familie zu Hause Diwali feiern.
Es war ein sehr prägendes Erlebnis in einer indischen Familie zu leben und dabei wie ein richtiges Familienmitglied behandelt zu werden. Dafür bin ich sehr dankbar!

Nach 10 Tagen habe ich mich mit Melli getroffen, sie studiert auch in Weingarten und macht zur Zeit ein Auslandssemester an einer anderen Uni in Indien.
Nach einer langen unbequemen Fahrt in Bus und Zug haben wir in Amritsar (nördlich von Delhi) einen goldenen Tempel besichtigt und sind nun zum Himalaya gefahren.
Wir verstehen uns super und genießen gerade eine 4 Tage lange Trekking Tour mit Guide durchs Gebirge. Traumhaft!
Ich erlebe nochmal ein ganz anderes Indien: ruhig, kalt, sauber... Ein bisschen erinnert mich die Landschaft an meine Heimat :)


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So abwechslungsreich ist also Indien: von der Wüste zum Schnee :)

Mit Vorfreuden auf die nächsten spannenden Tage sende ich liebe Grüße an euch alle,
Maria

Auf und davon!

Freitag, 17.10.2014

Sooo, heute ist der lang ersehnte Tag in Banasthali:

Die Pruefungszeit endet heute und 2 Wochen Ferien beginnen Die Studentinnen koennen nun nach 3 Monaten wieder nach Hause fahren und sind deshalb schon seit langer Zeit total aufgeregt. Ich habe das Glueck, dass ich heute mit meiner Freundin Komal nach Hause fahren und dort naechste Woche Diwali feiern darf. Diwali ist ein grosses Fest in Indien, man kann es mit "Lichterfest" uebersetzen und mit Weihnachten vergleichen.

Nach 10 Tagen treffe ich mich dann mit den zwei anderen Studenten aus Weingarten, die auch gerade ein Auslandssemester an einer anderen Uni in Indien machen, wir werden zusammen Richtung Himalaya reisen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die kommende Zeit und versuche euch auf dem Laufenden zu halten.

 

Also, fuer meine Kommilitonen in Weingarten haben diese Woche wieder die Vorlesungen begonnen... und ich verabschiede mich erstmal in die Ferien

Und Tschuess!!!

Mein Alltag

Freitag, 10.10.2014

Namaste!

In letzter Zeit habe ich wieder so einiges erlebt. Auch wenn das Leben hier auf dem Campus "nur" Alltag ist, entdecke ich immer wieder Neues und mir ist nie langweilig.

Ich moechte euch ein paar Eindruecke zeigen und euch erklaeren, wie vielseitig Banasthali ist. Natuerlich ist man als Studentin von Banasthali eingeschraenkt, und zwar insofern, dass man den Campus nicht einfach verlassen darf und viele Regeln befolgen muss. Doch mich persoenlich stoert das nicht, denn ich habe nach dem Semester noch geneugend Zeit zu reisen und immerhin bin ich ja auch zum Lernen hier her gekommen.

Also, zuerst zu meinem Alltag:

Ich stehe frueh auf. Okay zugegeben, das Yoga um 6 Uhr lasse ich hin und wieder ausfallen, das ist definitiv nicht meine Zeit ...und auch nicht ganz mein Sport. Trotzdem moechte ich es noch ausnuetzen, denn Indien ist immerhin das Ursprungsland des Yogas.

Um 8 Uhr unterrichte ich die Deutsch Studentinnen, und zwar die Beginner. Natuerlich unterrichte ich nicht Grammatik, das ist zu schwer, da ich ja zu Hause nicht Lehramt mit Deutsch studiere. Ich uebernehme Vorlesungen zur Aussprache und zum Lesen. Dies macht sehr Spass, jedoch muss ich mich gut vorbereiten, denn die Inderinnen lieben es, mich irgendwelche Woerter uebersetzen zu lassen. Dann wird mein Englisch sehr in Anspruch genommen!

Dann bin ich in der Schule als Praktikantin: Musik, Mathe und Englisch stehen auf meinem Stundenplan. Dies sind sehr wertvolle Erfahrungen, vor allem wenn ich unterrichten darf. Auf englisch Mathe zu unterrichten, wobei fuer die Haelfte der Kinder Englisch auch eine Fremdsprache ist (die Lehrerin unterrichtet zweisprachig), ist absolut nicht einfach. Doch wenn die Kinder mich Maria-Mam nennen, dann geht mir das Herz auf oder wenn ich z.B. eine selbst gemalte Deutschland Flagge geschenkt bekomme!

Dazwischen bekomme ich Hindi Unterricht. Naja... Unterricht kann man es nicht wirklich nennen! Die Lehrerin hat immer wenig Zeit fuer mich und redet nur in ganzen Saetzen auf Hindi mit mir. Ich sitze dann immer vor ihr wie ein Fisch und verstehe kein Wort. Und sie kann mich nicht verstehen dass ich sie nicht verstehe...   ....und die Schrift lesen - keine Chance!

Jaaa und dann geht es weiter zum Tabla Unterricht, aber das kennt ihr ja schon!

Abends unterrichte ich dann abwechselnd die Deutsch Studentinnen, die im 2. oder 3. Jahr sind. Das sind dann die Conversation Classes, d.h. ich versuche so viel wie moeglich auf Deutsch mit ihnen zu reden und wir haben immer Zeit ueber Deutschland zu reden. Am beliebtesten ist das Thema: Oktoberfest

Dann ist es 19 Uhr, es ist dunkel und ich fahre zu Freundinnen... mit dem Fahrrad versteht sich. Wir essen zusammen, gehen einkaufen, schauen einen Film...  Spaetestens um 20.30 Uhr muessen die Studentinnen dann in ihren Hostels sein, und ich am besten draussen, denn sie werden wirklich eingesperrt. Ich nicht, da ich ja im Gaestehaus wohne. (Eine der 100 Regeln )

Zur Normalitaet ist es schon fuer mich geworden, dass ich von Studentinnen staendig angesprochen und angestarrt werde, ja, auch noch nach ueber 2 Monaten. Durchaus sind Fragen wie "Are you a foreigner?" oder "You aren't an indian girl, are you?" moeglich. Ich liebe es auf die 2. Frage mit "Yes" zu antworten und in die erschrockenen Gesichter zu blicken  Wenn ich dann ein Foto von meinem Papa zeigen wuerde, dann wuerden sie mir es vielleicht glauben. Denn viele sind ueberzeugt, alle Deutsche muessen doch blond sein und haben helle Haut!

So ein Tag hier kann total anstrengend sein, aber auch wunderschoen. Viele Eindruecke praegen mich und oft vergeht die Zeit wie im Flug. Doch es gab auch Tage, an denen ich nicht ganz fit war. Das Klima schlaucht mich manchmal nach wie vor (taeglich 37/38 Grad) oder die komplett andere Ernaehrung. An solchen Tagen denke ich natuerlich an zu Hause, Familie und Freunde vermisse ich auch. Doch ich habe Glueck, ich fuehle mich hier nie einsam und habe kein Heimweh!

 

Diese Woche haben mich mein Erziehungswissenschafts-Professor und eine weitere Professorin aus Weingarten besucht. Das war natuerlich sehr toll und durch sie hatte ich die Gelegenheit, in alle Ecken von Banasthali zu kommen:

Vom Enstehungsort Banasthalis... zum Kunst Unterricht in der Schule...

(hier seht ihr auch die Uniform, die alle Schueler und Studentinnen mittwochs und sonntags tragen muessen, natuerlich auch ich)

.... bis hin zu allen moeglichen Wissenschaften (Pharmazie, Elektronik, Biotechnologie, Informatik, Design...)

und am Schluss eine Reit- und eine Flugshow (in Banasthali koennen die Studentinnen auch den Flugschein erwerben und Pilotin werden).

Also, ich wuerde mal sagen, in Banasthali kann es langweilig sein, wenn man sich fuer nichts interessiert. Doch wirklich jedes Hobby ist vertreten: Sport, Musik, Kochen, Radioreporterin (es gibt einen eigenen Sender), Zeitungsartikel schreiben (es gibt eine Zeitung), Reiten, Kunst....

 

Ich hoffe, ich konnte euch von einer der besten Universitaeten Indiens ueberzeugen und ihr koennt euch meinen Alltag ein bisschen vorstellen

Liebe Gruesse,

Maria

 

Musik ist die Sprache, die jeder Mensch versteht!

Samstag, 20.09.2014

Nun muss ich euch von meinem neuen Hobby berichten: das Tabla Spielen!

Tablas sind Trommeln der nordindischen Musik. Die 2 Trommeln werden auf dem Boden im Schneidersitz gespielt und hauptsaechlich mit den Fingern, selten mit der ganzen Hand. Dabei klingt die kleinere Trommel heller und die breitere duenkler, doch je nach Art wie man die Trommel spielt, entstehen unterschiedliche Klaenge. Dadurch haben Tablas ein breites Klangspektrum.

 

Ich bin jeden Tag mindestens 2 Stunden im Tabla Unterricht, denn es macht einfach voll Spass und ich kann mich dabei sehr gut konzentrieren.

Dazu kommt, dass ich mich mit den anderen Maedels vom Unterricht sehr gut verstehe und wir zu viert einfach eine witzige Clique sind ... und der Lehrer bei jedem Spass einfach mitmacht!

Hier mit Shreyasi:

Zuerst hatte ich echt Bedenken, ob ich die indische Musik "verstehen" werde und habe mir gedacht, dass die Inderinnen alle voll das Rhythmusgefuehl haben muessen. Aber das war gar nicht so! Bei dem Rhythmusgefuehl mancher Kursteilnehmerinnen stehen mir die Haare zu Berge   Und mein Lehrer ist nahezu begeistert von mir und ist immer total stolz auf mich, wenn ich wieder etwas Neues gelernt habe. Meistens verstehe ich ihn nicht, er unterrichtet auf Hindi, aber da Musik die Sprache ist, die jeder Mensch versteht, ist das ueberhaupt kein Problem! Er spielt vor, ich nach, fertig!

Aber natuerlich gehe ich fuer ein halbes Jahr nicht ohne meine Querfloete aus dem Haus Die Inder fahren total auf sie ab und ich muss ihnen immer mal wieder etwas vorspielen, da es in Indien nur Floeten aus Holz gibt.

Hier noch mein zweites zu Hause, das Musikgebaeude

 

Danke Mama und Papa, dass ihr mir die Musik in die Wiege gelegt habt! Das Hobby ist fuer mich das schoenste, das es gibt und wie ihr seht, kann Musik sogar interkulturelle Freunde und Faehigkeiten schaffen.

Namaste, Maria

 

Erste Eindruecke aus Jaipur

Dienstag, 26.08.2014

Letzte Woche wurde es richtig spannend: Ich konnte Banasthali fuer 3 Tage verlassen.

Ich fuhr mit einer Studentin aus Weingarten, die auch schon ein Semester hier studiert hat und gerade durch Indien reist, mit dem Zug nach Jaipur. Jaipur ist die Hauptstadt von Rajasthan, dem Bundesland in dem ich lebe und hat ca. 3 Mio Einwohner. Banasthali ist nur 60 km weg von Jaipur, mit dem Zug sind es 50 min Fahrt.

Zuege sind generell zu spaet in Indien, 4 Stunden Wartezeit sind dabei keine Seltenheit. Unser Zug nach Jaipur kam nur eine halbe Stunde zu spaet aber er war so voll, dass wir einfach nicht mehr rein passten! Die Leute sassen zu 5. im Klo und sogar auf dem Dach des Zuges. Das war uns dann doch zu gefaehrlich und wir warteten 2 Stunden auf den naechsten Zug.
Da es schon spaet war, liessen wir uns von unserem Hotelbesitzer am Bahnhof abholen und erlebten eine rasante Fahrt hinten auf einem Jeep durch das naechtliche Jaipur =)

Am Mittwoch stand Sightseeing und Shopping auf dem Plan:

Das Amber Fort

Das Hawa Mahal

In Indien bin ich endlich mal eine grosse Frau

Unser Tuk-Tuk, das uns den ganzen Tag durch die Stadt gefahren hat. Super Fahrzeug durch die hektischen Strassen Indiens und sehr preiswert!

 

So, das war mein erster Tag in Jaipur. Der zweite und dritte war ganz besonders:

Den coolsten Affen von ganz Indien habe ich beim Monkey Tempel gesehen

Atemberaubender Sonnenuntergang ueber Jaipur

Aber nein, das war natuerlich nicht das ganz Besondere an diesen Tagen! Unfassbar war, dass ich die 2 Tage mit Alex und seinen Freunden verbringen konnte. Fuer alle, die es genauso wenig glauben koennen, dass Alex und ich uns im riesigen und weit entfernten Indien getroffen haben, hier ein Beweisfoto:

Danke Alex fuer die schoenen Tage und fuer die Abwechslung

Ich bin dann mit dem Zug wieder zurueck nach Banasthali gefahren und bin hier wieder in meinem "neuen Alltag" angekommen. Meine Freundinnen haben mich schon sehnsuechtig erwartet und ich habe mich auch wieder auf meine Kinder in der Schule gefreut, die ich sogar schon in Mathe unterrichten durfte.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck von Jaipur bekommen und seid jetzt auch so begeistert von der Stadt wie ich

Eure Maria

Neue Mitbewohner und viel Geduld =)

Donnerstag, 14.08.2014

Zunaechst muss ich euch die Banasthali University erklaeren:

Hier studieren ca. 10.000 Studentinnen, ja richtig, nur Frauen!

Ihr muesst euch das so vorstellen: Banasthali ist ein riesiger Campus, der wie eine kleine Stadt ist und auf dem man als Frau wirklich sicher ist, da der Campus rund um die Uhr bewacht ist. Die Sicherheit wird mit Freiheit bezahlt, d.h. die Studentinnen duerfen den Campus nur zu Feiertagen oder in den Ferien verlassen. Ich darf den Campus auch nur verlassen, nachdem ich um eine Erlaubnis gekaempft habe und dafuer die Unterschrift meines Vaters aufzeige. Da wird man doch glatt mit 22 Jahren nochmal abhaengig von seinem Vater  - an dieser Stelle: Danke Papa! Sonst unterliegt man hier als Studentin vielen strengen Regeln (vegetarisches Essen, traditionelle indische Kleidung, spaet abends nicht mehr aus dem Hostel gehen, nateurlich kein Alkohol + Zigaretten, kein WLAN auf dem Handy...) aber gleich zu Beginn klaerten mich die Studentinnen auf: Reglen sind da, um sie zu brechen! 

Es gibt in Banasthali eine Hauptstrasse, die ca 2 km lang ist. Entlang dieser befinden sich alle Vorlesungsraeume, Hostels (dort schlafen die Studentinnen), Maerkte, Cafe's, Sportplaetze, Wohnungen der Dozenten und Angestellten, Schulen, Bueros und das Guesthouse, in dem ich wohne. Zwei Busse fahren immer auf und ab, doch es gibt keinen Fahrplan. Man stellt sich einfach an die Strasse und wartet bis ein Bus vorbei kommt.

Hier seht ihr die Haupt- und fast einzige Strasse in Banasthali:

Hauptstrasse

Schilder, die mir tagtaeglich den Weg weisen, auf dem einzelnen Schild steht "Guesthouse":

Der Bilck aus meinem Zimmer. Kuehe sind, wie bekannt, in Indien heilig und laufen frei durch die Gegend  (ebenso gibt es viele Strassenhunde und dem ein oder anderem Pfau kann man auch begegnen):

Und jetzt zu meinen neuen Mitbewohner: Ich habe im Guesthouse mein eigenes Zimmer mit Bad, das fuer indische Verhealtnisse einen hohen Standart hat (Klimaanlage, TV, WIFI, "normales" WC und sogar einen Duschkopf ). Als ich eines morgens total verschlafen ins Bad wollte, begegnete ich meinem ersten neuen Mitbewohner: ein Vogel! Ich bin so erschrocken, da Voegel eine der einzige Tiere sind, vor denen ich wirklich Angst habe  Die Ameisen und saemtliche andere Kriechtiere in meinem Zimmer machen mir dagegen nichts aus und ich habe mich daran gewoehnt...
Daraufhin ging ich zur Rezeption und 2 Maenner kamen mit um den Vogel zu beseitigen! Und siehe da, er war verschwunden! Also gingen die Maenner wieder und ich war beruhigt. Dann ging ich wieder ins Bad und was sah ich? Mein zweiter neuer Mitbewohner: Eine riesen Eidechse!!!
Mittlerweile weiss ich, dass das hier ganz normal ist und dass die Tiere total scheu sind. Trotzdem sind sie mir noch nicht ganz geheuer. Deshalb klopfe ich jetzt immer an der Badtuere bevor ich in MEIN Bad gehe, damit alle Mitbewohner Zeit haben, sich zu verkriechen und ich mich ungestoert im Bad aufhalten kann.

 

Ich dachte immer, ich sei ein geduldiger Mensch, aber hier werde ich taeglich auf die Probe gestellt. So etwas wie Puenktlichkeit kennen die Inder nicht, vor kurzem habe ich bei einer Verabredung 1 Stunde auf eine Studentin gewartet! (Ihr tut mir jetzt schon alle Leid, da ich Unpuenktlichkeit von den Indern regelrecht antrainiert bekomme )  Wenn man in ein Amt oder in eine Behoerde muss, bringt man am besten vieeeel Zeit mit. Ich habe wegen meinem Visum schon sehr viel Zeit investiert, das ich in der naechsten Stadt (ca. 30 km weg von Banasthali) registrieren lassen muss. Die Inder fuellen oft zu dritt ein Formular auf dem PC aus, reden natuerlich nur Hindi, schreiben meinen Namen (der Umlaut in Mueller) jedes Mal falsch und wenn sie endlich fertig sind, ist Stromausfall!!! Dann muss erneut alles ausgefuellt und ausdiskutiert werden! Stromausfall ist uebrigens keine Seltenheit... 
Dabei werde ich noch von oben bis unten gemustert, doch das bin ich schon gewoehnt. Klar, ich bin weit und breit die einzige weisse, blonde Frau, aber ist das ein Grund einen mit offenem Mund anzustarren, ohne Anzeichen damit aufzuhoeren? Ich weiss jetzt, wie sich Tiere im Zoo fuehlen

So, das war's dann vorerst wieder. Ich koennte noch von unzaehligen schoenen Begegnungen, aber natuerlich auch von anstrengenden Tagen erzaehlen, aber ich bin ja noch lange hier und werde noch den ein oder anderen Eintrag schreiben.

Ich wuensche euch eine schoene Zeit und bis bald,

eure Maria

 

 

 

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